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Kramer Junction, Mojave desert, California, 2007. © Public Domain (United States Federal Government).
21.06.2010

Solarenergie

Die größten Solarkraftwerke der Welt

Einst als Steckenpferd hartgesottener Technikfreaks verschrien, ist die Solarenergie ihrem Nischendasein inzwischen entwachsen. Die derzeit leistungsfähigsten Anlagen können problemlos eine größere Stadt mit Elektrizität versorgen.

Physiklehrer beginnen das Thema Solarenergie gerne, indem sie eine Solarzelle vor eine Lampe halten und so einen zierlichen Ventilator in Gang setzen. Damit demonstrieren sie das Prinzip der Photovoltaik, die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie. Das aktuell größte Solarkraftwerk dieses Typs liegt bei der zentralspanischen Stadt Puertollano. Der Parque Fotovoltaico Puertollano umfasst in seiner aktuellen Ausbaustufe 375.000 Solarpaneele mit einer Spitzenleistung von 70 Megawatt – genug für etwa 40.000 Haushalte.

Die zweitgrößte Anlage dieser Art liegt nur 250 Kilometer nordöstlich bei dem Örtchen Olmedilla de Alarcón und bringt es auf 60 Megawatt. Die folgenden Plätze gehen nach Bayern und Brandenburg, an die Solarparks Straßkirchen und Lieberose mit 54 bzw. 53 Megawatt.

Die wahren Rekordhalter unter den Solarkraftwerken arbeiten allerdings nach einem anderen Prinzip, nämlich solarthermisch. Sie bündeln Sonnenlicht mit Parabolspiegeln, um eine Flüssigkeit auf einige Hundert Grad Celsius zu erhitzen. Die heiße Flüssigkeit treibt wiederum einen Dampferzeuger samt Turbine und Stromgenerator an. Die mit einer Spitzenleistung von 80 Megawatt größten Einzelkraftwerke dieser Art stehen in Kalifornien und sind Teil des Kraftwerkverbundes Solar Energy Generating Systems. Wiederum in Spanien, am Nordrand der andalusischen Sierra Nevada, liegen die Andasol-Kraftwerke. Die beiden Anlagen – eine dritte ist im Bau – liefern jeweils eine Spitzenleistung von 50 Megawatt. Der Clou: Ein Teil der eingefangenen Wärme wird in einen großen Salzspeicher geleitet und kann die Turbinen auch nachts oder in trüben Stunden antreiben.

Die wachsende Bedeutung der Solarenergie verdeutlicht nicht zuletzt das Engagement von Firmen wie Siemens und E.ON in der „Wüstenstrom“-Initiative Desertec. Kritiker des Großvorhabens verweisen jedoch auf zahlreiche Probleme auch sozialer und politischer Natur und heben die Vorzüge einer dezentral generierten Energieversorgung hervor. Geht man nach den jüngsten Zahlen des Bundesumweltministeriums, ist Deutschland in dieser Beziehung auf einem guten Weg: Allein die hierzulande installierten Photovoltaikanlagen bringen es demnach auf eine Kapazität von fast 8.900 Megawatt – entsprechend fünf bis sechs Kernkraftwerken.

Text: Carsten Meinke

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