Offshore-Windenergie
Großbritanniens erstes Gigawatt
Zeitgleich mit der Einweihung des ersten deutschen Offshore-Windparks vermeldet auch das Vereinigte Königreich einen Erfolg: Laut der jüngsten Statistik des Wirtschaftsverbandes Renewables UK sind vor den britischen Inseln Windfarmen mit einer Nennleistung von 1,0 Gigawatt in Betrieb.
Laut Schätzung des Verbandes reicht diese Leistung, um etwa 580.000 durchschnittliche Haushalte mit elektrischem Strom zu versorgen. Generiert wird sie in insgesamt zwölf Windparks mit knapp 340 Anlagen – der Großteil davon steht vor der Küste Englands. Zusammen mit den an Land installierten Anlagen beläuft sich die Nennleistung der britischen Windparks nunmehr auf 4,5 Gigawatt.
Geknackt wurde die symbolträchtige 1-Gigawatt-Marke durch zwei jüngst ans Netz gegangene Windparks. „Robin Rigg“ im schottischen Solway Firth und „Gunfleet Sands“ vor der Themsemündung werden von der deutschen E.ON bzw. der staatlichen dänischen DONG Energy betrieben. Der britische Verband betont gleichwohl, die neuen Zahlen untermauerten die Führungsrolle Großbritanniens im weltweiten Wettbewerb um Offshore-Windenergie.
Renewables UK, die ehemalige British Wind Energy Association, vertritt in Großbritannien die Interessen der Hersteller und Betreiber von Wind-, Wellen- und Gezeitenkraftwerken. Für die Zukunft sieht der Verband eine rasante Entwicklung voraus. Offshore-Windfarmen mit weiteren 4 Gigawatt Leistung seien bereits im Bau oder genehmigt, allein das Potenzial der jüngst lizenzierten Entwicklungszonen wird auf mehr als 30 Gigawatt geschätzt. Insgesamt könnte Großbritannien im Jahr 2020 ein Viertel seines Strombedarfs mit Windrädern vor der Küste decken.
Text: Carsten Meinke