Umfragen
Angst vor Klimawandel schwindet
Die Deutschen scheinen sich mit dem Klimawandel zu arrangieren. Diesen Schluss legt eine Umfrage im Auftrag des Magazins „Der Spiegel“ nahe. Lediglich 42 Prozent der Befragten gaben an, Angst vor der Veränderung des Klimas zu haben.
Noch im Herbst 2006 hätten 62 Prozent die Frage nach der Angst vor dem Klimawandel bejaht, so das Magazin. An der wissenschaftlichen Basis für eine langfristige Klimaveränderung habe sich seitdem jedoch nichts geändert, sodass die Veränderung im Stimmungsbild andere Gründe haben müsse. Ein möglicher Faktor sei die Aufregung um vermeintliche Datenmanipulationen durch Klimaforscher und um Fehleinschätzungen des UN-Klimarats.
Die Umfrage war Ende März durchgeführt worden, wenige Wochen nach dem Lautwerden der Vorwürfe. Insgesamt 1.000 volljährige Personen waren von einem für „Spiegel“-Umfragen geschaffenen Unternehmen telefonisch befragt worden.
Am wenigsten sorgen sich demnach CDU-Wähler: Lediglich ein Drittel von ihnen gab an, Angst vor dem Klimawandel zu haben. Bei SPD- und Grünen-Wählern sind die Verhältnisse ausgeglichen, während von den FDP- und Linke-Wählern lediglich jeder Dritte keine Angst vor Klimaveränderungen hat.
Laut der Umfrage halten 66 Prozent der Deutschen die wissenschaftlichen Klimaprognosen für grundsätzlich zuverlässig. Damit liegt der Anteil hierzulande deutlich höher als beispielsweise in den Vereinigten Staaten, wo das Meinungsforschungsunternehmen Gallup Anfang März eine sehr ähnliche Befragung durchgeführt hatte. Demzufolge glauben 48 Prozent der US-Bürger, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen übertrieben werden. Fast ebenso hoch ist der Anteil derjenigen, die Klimaveränderungen als überwiegend natürliches Phänomen sehen. Beide Werte sind seit dem Jahr 2007 kontinuierlich gestiegen – jenem Jahr, in dem Al Gore und der UN-Klimarat den Friedensnobelpreis für ihre Arbeit erhalten hatten.
Text: Carsten Meinke